GEOTECHNIK
CELLE
StartseiteFundamentePlattengründungsbemessung

Plattengründungsbemessung in Celle: Fachwerkhäuser sicher gründen

Evidenzbasiertes Design. Verlässliche Lieferung.

MEHR ERFAHREN

Das größte Problem in Celle ist nicht der Baugrund selbst, sondern die Unterschätzung der Setzungsdifferenzen. Gerade in den Stadtteilen nahe der Aller, etwa in Neuenhäusen oder Blumlage, sehen wir immer wieder, dass Bauherren mit einer einfachen Stahlbetonplatte ohne vorherige Plattengründungsbemessung arbeiten wollen. Die Talsande des Aller-Urstromtals sind aber extrem locker gelagert und reagieren empfindlich auf ungleichmäßige Lasten. Eine Fachwerksanierung in der Altstadt haben wir kürzlich begleitet, bei der genau das passiert war – Risse im Ständerwerk nach zwei Wintern. Unsere Bemessung berücksichtigt das Bettungsmodulverfahren nach DIN 4019 und die spezifische Geologie der Niederterrasse. Wer hier baut, braucht eine Gründung, die mit den bis zu 4 Meter mächtigen holozänen Auesedimenten zurechtkommt.

Eine Plattengründung in Celle muss mehr können als tragen – sie muss mit einem Grundwasserstand leben, der nur 1,80 Meter unter GOK ansteht.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Was wir in Celle immer wieder beobachten: Der Grundwasserflurabstand liegt in weiten Teilen des Stadtgebiets unter 2 Metern. Das bedeutet für jede Gründungsplatte eine Auftriebsproblematik, die viele Statiker aus dem Binnenland unterschätzen. Unsere Bemessung integriert deshalb standardmäßig einen Nachweis gegen Aufschwimmen im Endzustand. Die Steifigkeit des Bodens variiert zudem stark – von locker gelagerten Mittelsanden mit Lagerungsdichten um Dpr=0,3 bis zu den steiferen Geschiebemergelresten der Saale-Kaltzeit. Wir arbeiten mit dem Steifemodul aus CPT-Versuchen vor Ort, weil Sondierungen mit der schweren Rammsonde in den engen Gassen der Celler Altstadt oft gar nicht möglich sind. Die Kombination aus hohem Grundwasser und setzungsempfindlicher historischer Bausubstanz macht jede Gründung hier zu einem Projekt mit besonderer Sorgfaltspflicht. Für Neubauten in den südlichen Stadtteilen wie Westercelle ergänzen wir die Bemessung häufig mit einer Korngrößenanalyse, um die Frostsicherheit der anstehenden Sande zu prüfen.
Plattengründungsbemessung in Celle: Fachwerkhäuser sicher gründen
Technische Referenz — Celle

Lokale Besonderheiten

Celle liegt auf 40 Metern über NHN im breiten Urstromtal der Aller. Der Fluss hat hier in den letzten 10.000 Jahren Sedimente abgelagert, die alles andere als homogen sind. Wir finden auf engstem Raum Wechsellagerungen aus Sand, Schluff und organischen Einlagerungen – letztere sind das eigentliche Risiko. Torflinsen unterhalb der tragenden Schicht führen zu zeitverzögerten Setzungen, die eine konventionelle Plattengründung überfordern. In einem Fall in der Nähe des Französischen Gartens mussten wir nachträglich Schottersäulen anordnen, weil die Baugrunderkundung eine alte Flutrinne mit Weichschichten übersehen hatte. Die Erfahrung zeigt: Ohne mindestens eine Rammkernsondierung bis 6 Meter Tiefe ist die Bemessung einer Gründungsplatte in Celle unvollständig. Der Baugrund lügt nicht – aber er überrascht den, der nicht tief genug schaut.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 1: Allgemeine Regeln), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4019:2015-05 (Baugrund – Setzungsberechnungen), DIN EN 1992-1-1:2011-01 mit NA (Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken)

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN EN 1997-1:2014-03 mit DIN 1054:2021-04
VerfahrenBettungsmodulverfahren (DIN 4019) und Steifemodulverfahren
Typische Plattendicke in Celle25–35 cm (abhängig von Last und Baugrund)
GrundwasserAuftriebsnachweis erforderlich (Flurabstand oft < 2 m)
Baugrund Celle-ZentrumHolozäne Talsande, locker gelagert, Dpr ≈ 0,3–0,5
SetzungsdifferenzBegrenzung auf 5–10 mm je nach Bauwerksempfindlichkeit
FrostsicherheitMindesteinbindetiefe 0,80 m (Frostzone I nach DIN 1054)
BewehrungsnachweisRissbreitenbeschränkung wk = 0,3 mm für WU-Bauweise

Häufig gestellte Fragen

Ab wann ist in Celle eine Plattengründung sinnvoll?

Sobald die Tragfähigkeit des Baugrunds unter 150 kN/m² liegt oder mit Setzungsdifferenzen von mehr als 10 mm zu rechnen ist, wird eine bewehrte Bodenplatte zur Pflicht. In Celle betrifft das aufgrund der lockeren Talsande praktisch jeden Neubau und jede größere Sanierung.

Was kostet eine Plattengründungsbemessung für ein Einfamilienhaus?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Celle liegen die Kosten für die reine Bemessung der Gründungsplatte zwischen 820 und 1.650 Euro. Kommt eine vollständige Baugrunderkundung mit Feld- und Laborversuchen hinzu, bewegen sich die Gesamtkosten im Bereich von 1.950 bis 3.310 Euro, je nach erforderlichem Untersuchungsumfang.

Muss bei hohem Grundwasser eine wasserundurchlässige Platte (WU-Platte) ausgeführt werden?

Ja, in weiten Teilen Celles ist das Grundwasser so hoch, dass die Bodenplatte dauerhaft im Grundwasser steht oder zumindest aufstauendes Sickerwasser auftritt. Wir bemessen die Platte dann als WU-Konstruktion mit Rissbreitenbeschränkung wk = 0,2 mm und planen die Fugenabdichtung nach DAfStb-Richtlinie «Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton».

Welche Erkundungstiefe ist für die Bemessung nötig?

Mindestens das 1,5- bis 2-fache der Plattenbreite, in Celle aber nie weniger als 6 Meter unter GOK. Grund sind die erwähnten Torflinsen und alten Flutrinnen der Aller, die erst in dieser Tiefe sicher ausgeschlossen werden können. Wir setzen dafür meist eine Kombination aus Rammkernsondierung und schwerer Rammsondierung (DPH) ein.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Celle und Umgebung.

Größere Karte ansehen