Das größte Problem in Celle ist nicht der Baugrund selbst, sondern die Unterschätzung der Setzungsdifferenzen. Gerade in den Stadtteilen nahe der Aller, etwa in Neuenhäusen oder Blumlage, sehen wir immer wieder, dass Bauherren mit einer einfachen Stahlbetonplatte ohne vorherige Plattengründungsbemessung arbeiten wollen. Die Talsande des Aller-Urstromtals sind aber extrem locker gelagert und reagieren empfindlich auf ungleichmäßige Lasten. Eine Fachwerksanierung in der Altstadt haben wir kürzlich begleitet, bei der genau das passiert war – Risse im Ständerwerk nach zwei Wintern. Unsere Bemessung berücksichtigt das Bettungsmodulverfahren nach DIN 4019 und die spezifische Geologie der Niederterrasse. Wer hier baut, braucht eine Gründung, die mit den bis zu 4 Meter mächtigen holozänen Auesedimenten zurechtkommt.
Eine Plattengründung in Celle muss mehr können als tragen – sie muss mit einem Grundwasserstand leben, der nur 1,80 Meter unter GOK ansteht.
