Die Messkette liegt auf dem Asphalt, sechzehn Geophone im Abstand von zwei Metern. Ein Hammerschlag auf die Aluplatte erzeugt die erste Scherwelle. Wir sind in Celle, irgendwo zwischen Neustadt und Heese. Hier unten bestimmen die quartären Talfüllungen der Aller, wie sich Bodenbewegungen bei einem Erdbeben verhalten. Das ist der Kern jeder seismischen Mikrozonierung. Die flach lagernden Kiese, Sande und Torflinsen der Talsandebene reagieren nicht alle gleich. Manche verstärken die Erschütterung. Andere dämpfen sie. Unser Team misst mit Oberflächenwellen und Downhole-Systemen, um die genaue Schichtung zu kartieren. Sobald die Daten vom Seismografen kommen, korrelieren wir sie mit den Bohrprofilen aus der SPT-Bohrung. So entsteht ein Modell, das vorhersagbar macht, was unter der Stadt schwingt.
Bodenklasse D oder C? In Celle entscheiden oft zwei Meter Sandlinse über den Verstärkungsfaktor des Untergrunds.
