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Seismische Mikrozonierung in Celle: präzise Untergrundmodelle

Evidenzbasiertes Design. Verlässliche Lieferung.

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Die Messkette liegt auf dem Asphalt, sechzehn Geophone im Abstand von zwei Metern. Ein Hammerschlag auf die Aluplatte erzeugt die erste Scherwelle. Wir sind in Celle, irgendwo zwischen Neustadt und Heese. Hier unten bestimmen die quartären Talfüllungen der Aller, wie sich Bodenbewegungen bei einem Erdbeben verhalten. Das ist der Kern jeder seismischen Mikrozonierung. Die flach lagernden Kiese, Sande und Torflinsen der Talsandebene reagieren nicht alle gleich. Manche verstärken die Erschütterung. Andere dämpfen sie. Unser Team misst mit Oberflächenwellen und Downhole-Systemen, um die genaue Schichtung zu kartieren. Sobald die Daten vom Seismografen kommen, korrelieren wir sie mit den Bohrprofilen aus der SPT-Bohrung. So entsteht ein Modell, das vorhersagbar macht, was unter der Stadt schwingt.

Bodenklasse D oder C? In Celle entscheiden oft zwei Meter Sandlinse über den Verstärkungsfaktor des Untergrunds.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Der Untergrund von Celle ist ein Flickenteppich. Die südlichen Ausläufer des Wittinger Altmoränengebiets bringen steife Geschiebemergel mit. Die Innenstadt steht direkt auf holozänen Flusssanden mit wechselnden Grundwasserständen. Das erfordert eine Mikrozonierung, die kleinteilig auflöst. Wir setzen dafür auf eine Kombination aus aktiver und passiver Seismik. Bei der aktiven Methode setzen wir Energie über Fallgewicht oder Impulshammer ein. Die passive Variante nutzt die natürliche Mikroseismik – Wind, Verkehr, das Rauschen der Stadt. Beide liefern Dispersionskurven, die wir zu einem Vs-Profil invertieren. Die Schubwellengeschwindigkeit pro Meter Tiefe entscheidet über die Bodenklasse nach DIN EN 1998-1. Ob Baugrundklasse B, C oder D – wir geben Ihnen die Zahl, die Ihr Statiker braucht. Unsere Auswertung erfolgt im akkreditierten Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025. Keine pauschalen Annahmen, sondern gemessene Realität.
Seismische Mikrozonierung in Celle: präzise Untergrundmodelle
Technische Referenz — Celle

Lokale Besonderheiten

Der Klassiker: Ein Bauherr in der Celler Südstadt lässt ein Mehrfamilienhaus errichten. Der Statiker rechnet mit einer pauschalen Bodenklasse C, weil das Grundbauinstitut für die Region so empfiehlt. Drei Jahre später steht der Rohbau. Plötzlich zeigt eine Nachmessung, dass unter den tragenden Sanden eine mächtige Torfschicht liegt. Die tatsächliche Bodenklasse ist E. Die Konsequenz: Die Erdbebenersatzlasten sind deutlich höher als angenommen. Die Gründung ist unterdimensioniert. Jetzt muss nachgerüstet werden – teuer, zeitaufwendig, riskant. Eine seismische Mikrozonierung am Anfang hätte das verhindert. Sie liefert ein standortscharfes Profil, keine regionale Abschätzung. Besonders in den Niederungen um Celle, wo organische Weichschichten oft unter tragfähigen Sanden versteckt liegen, ist das unverzichtbar. Vertrauen Sie nicht auf den Durchschnittswert vom Nachbargrundstück.

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Geltende Normen

DIN EN 1998-1 (Eurocode 8): Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, Teil 1, DIN EN 1998-1/NA (Nationaler Anhang): nationale Festlegungen für Deutschland, DIN EN ISO/IEC 17025: Akkreditierung von Prüflaboratorien, DIN 4149 (zurückgezogen, aber Referenz für Altprojekte), DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe aktivbis 30 m u. GOK
Erkundungstiefe passiv (Mikrotremor)bis 100 m u. GOK
Auflösung lateralPunktabstand ab 2 m
ZielgrößeVs30-Wert in m/s
Bodenklassifikationgem. DIN EN 1998-1/NA
Messmethode WellenfeldMASW / Array-Messung
BerichtsumfangAntwortspektren + Vs-Profil

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine seismische Mikrozonierung für ein Einfamilienhaus in Celle?

Für ein typisches Einfamilienhausgrundstück in Celle bewegen sich die Kosten zwischen €3.600 und €6.500. Der Preis hängt von der Erkundungstiefe ab. Benötigen Sie mehr als 30 Meter Tiefe, etwa weil in der Allerniederung mit tiefen Weichschichten zu rechnen ist, steigt der Aufwand. Komplexe gewerbliche Untersuchungen können bis zu €15.880 kosten.

Benötigt die Stadt Celle einen Nachweis für die Erdbebensicherheit?

Celle liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA. Für normale Hochbauten besteht kein rechnerischer Nachweiszwang. Anders sieht es bei Bauwerken der Bedeutungskategorie III und IV aus – etwa Schulen, Krankenhäuser oder große Versammlungsstätten. Hier fordert die Bauaufsicht oft eine standortspezifische Untersuchung.

Wie tief müssen Sie messen, um eine belastbare Bodenklasse zu bestimmen?

Die Bodenklasse nach DIN EN 1998-1 leitet sich aus der gemittelten Scherwellengeschwindigkeit der oberen 30 Meter ab, dem Vs30-Wert. Wir messen im Regelfall bis 30 Meter Tiefe. Bei oberflächennahen Gründungen reicht das aus. Für tiefe Gründungen oder Pfähle bieten wir ergänzende Messungen bis 100 Meter an.

Kann man die seismische Mikrozonierung mit anderen Untersuchungen kombinieren?

Ja, das ist sogar empfohlen. Wir kombinieren die seismischen Profile direkt mit den Ergebnissen aus SPT-Bohrungen oder Drucksondierungen. So korrelieren Sie die dynamischen Kennwerte mit der tatsächlichen Schichtansprache. Das spart Zeit und macht die Aussage zur Bodenklasse rechtssicher.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Celle und Umgebung.

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