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CELLE
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MASW / VS30: Scherwellengeschwindigkeit in Celle präzise bestimmen

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Ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus in der Nähe der Aller: Der Bauherr braucht eine belastbare Baugrundklasse nach Eurocode 8, das Bauamt verlangt die VS30. Genau hier setzen wir an. Die multikanalige Analyse von Oberflächenwellen – kurz MASW – liefert das Scherwellengeschwindigkeitsprofil, ohne einen Meter zu bohren. In Celle mit seinen oft heterogenen quartären Sedimenten – Sande, Kiese, eingelagerte Beckenschluffe – entscheidet dieses Profil über das Erdbebenverhalten des Bauwerks. Wir haben schon auf der westlichen Allerterrasse gemessen, wo der Untergrund binnen weniger Meter komplett umschlägt: oben lockerer Talsand, darunter steifer Geschiebelehm. Solche Wechsel erfasst nur eine durchgängige Messung zuverlässig. Die Methode arbeitet zerstörungsfrei und ist innerhalb eines Arbeitstages auswertbar, ein entscheidender Vorteil bei engen Bauterminen im innerstädtischen Bereich.

Das MASW-Verfahren liefert in Celle ein durchgängiges Vs-Tiefenprofil bis 30 Meter – selbst bei über 100 Metern Lockergesteinsauflage, wo Bohrlochverfahren an ihre Grenzen stoßen.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Die Lockergesteinsdecke unter Celle erreicht Mächtigkeiten von teils über 100 Metern – fluviatile Sande und Kiese der Aller wechsellagern mit limnischen Schluffen und Tonen des Quartärs. Das bedeutet: Die Übergangstiefe zum Fels liegt weit außerhalb jeder Bohrreichweite, eine direkte VS30-Bestimmung über Bohrlochgeophysik scheidet praktisch aus. MASW umgeht dieses Hindernis elegant: Ein 24-Kanal-Seismograph zeichnet die Dispersion der Rayleigh-Wellen auf, die Inversionsrechnung liefert das Vs-Tiefenprofil bis zur geforderten Tiefe von 30 Metern. Die Messgeometrie passen wir der lokalen Situation an: 2-Meter-Geophonabstand bei beengten Grundstücken in der Altstadt, 5 Meter auf dem freien Feld im Gewerbegebiet Westercelle. Ergänzend zur Korngrößenanalyse im Labor korrelieren wir die Scherwellengeschwindigkeit mit der Lagerungsdichte – ein wertvoller Indikator für Setzungsprognosen. Bei tiefgründig weichen Schichten kombinieren Bauherren die Ergebnisse oft mit einer Sondierung mittels Drucksonde, um die Tragfähigkeit punktuell zu verifizieren und den Schichtenaufbau abzusichern.
MASW / VS30: Scherwellengeschwindigkeit in Celle präzise bestimmen
Technische Referenz — Celle

Lokale Besonderheiten

Norddeutschland ist kein Erdbebenzentrum, doch Celle liegt in der Erdbebenzone 1 mit einer Untergrundklasse, die bei ungünstigen Bodenverhältnissen schnell von R auf T umspringen kann. Die Katastrophe von Roermond 1992 hat gezeigt, dass auch intraplattentektonische Beben Schäden in Niedersachsen verursachen können. Das Tückische an der Region: Weiche Allerablagerungen und Torflinsen, wie sie im Urstromtal nördlich der Stadt vorkommen, verstärken seismische Wellen erheblich. Eine falsch angesetzte Baugrundklasse führt zu einer Über- oder Unterdimensionierung der Erdbebenersatzlasten – beides teuer. Entweder das Tragwerk wird unnötig massiv, oder es entspricht nicht der normativen Sicherheit. MASW beseitigt diese Unschärfe. Ein gemessenes Vs-Tiefenprofil dokumentiert den tatsächlichen Schichtaufbau und erlaubt eine präzise Klassifikation nach DIN EN 1998-1/NA. Bauherren, die diesen Schritt auslassen, riskieren Nachforderungen des Prüfingenieurs, Umplanungskosten und im schlimmsten Fall die Verweigerung der Baugenehmigung.

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Geltende Normen

DIN 45688-1 – Erschütterungsmessungen, Messgrößen, Mess- und Auswerteverfahren, DIN EN 1998-1/NA – Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Nationaler Anhang Deutschland, DIN 4149 – Bauten in deutschen Erdbebengebieten (abgelöst durch EC8, jedoch für Bestandsbauten noch relevant), DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
MessprinzipMultikanalige Analyse von Oberflächenwellen (Rayleigh-Wellen, aktive Seismik)
ZielgrößeScherwellengeschwindigkeit Vs (m/s) vs. Tiefe, abgeleitete VS30 (m/s)
Erkundungstiefe (Standard)30 Meter (erweiterbar auf 50 m bei tieferen Geophonauslagen)
Geophonauslage (typisch Celle)24 Geophone, Abstand 2–5 m je nach Platzverhältnissen und Zielauflösung
AnregungVertikale Impulsquelle (Vorschlaghammer 8 kg, beschleunigtes Fallgewicht auf Asphalt)
AuswerteverfahrenDispersionsanalyse (f-k-Spektrum) + genetischer Inversionsalgorithmus, modaler Abgleich
Relevante NormenDIN 45688-1, DIN EN 1998-1/NA (EC8), DIN 4149 (Bauwerke in Erdbebengebieten)
BerichtsumfangVs-Tiefenprofil, VS30-Baugrundklasse (A–E), Dispersionskurven, Messprotokoll, Baugrundgutachten

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine MASW-Messung in Celle?

Je nach Messauslage, Anzahl der Geophonprofile und Erschwernis vor Ort liegt der Preisrahmen für eine vollständige MASW-Kampagne mit VS30-Bericht zwischen €1.380 und €2.820. Innerstädtische Messungen mit beengten Platzverhältnissen oder Sonderauslagen über 50 Meter Tiefe liegen am oberen Ende. Das Angebot wird nach Ortsbesichtigung und Sichtung des Baugrundvorberichts erstellt.

Bis zu welcher Tiefe ist MASW in Celle anwendbar?

Die Standarderkundungstiefe beträgt 30 Meter zur VS30-Bestimmung. Mit erweiterten Geophonauslagen von 96 Metern Gesamtlänge erreichen wir Auflösungen bis 50 Meter Tiefe. In Celle ist das besonders relevant, da der quartäre Lockergesteinskörper oft über 100 Meter mächtig ist und die Scherwellengeschwindigkeit erst in großer Tiefe signifikant zunimmt.

Reicht MASW allein für das Baugrundgutachten?

MASW liefert das Scherwellengeschwindigkeitsprofil und die VS30 – zwingend erforderlich für die Erdbebenbemessung. Für die Standsicherheitsnachweise von Flach- und Tiefgründungen sind zusätzlich Aufschlüsse nach DIN 4020 nötig: Ramm- oder Drucksondierungen zur Ermittlung der Lagerungsdichte, ergänzt durch Laborversuche an gestörten und ungestörten Proben. MASW und Bohrungen ergänzen sich ideal.

Welche Baugrundklasse ergibt sich typisch für Celle?

Das hängt stark vom Standort ab. Auf der sanddominierten Allerterrasse messen wir häufig VS30-Werte zwischen 250 und 350 m/s (Baugrundklasse C). In den Torf- und Beckenschluffbereichen des Urstromtals liegen die Werte oft unter 180 m/s (Klasse D oder E). Exakte Werte liefert nur die standortbezogene Messung, da die quartären Sedimente in Celle lateral stark variieren.

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