Wer in Celle baut, merkt schnell, dass der Boden unter der Fachwerkidylle nicht überall gleich ist. Während der sandige Geestrücken im Norden der Stadt, etwa in Groß Hehlen, oft tragfähige Verhältnisse bietet, hat man es in der Allerniederung und im Bereich der Französischen Gärten mit weichen Auelehmen und Torflinsen zu tun, die schon bei geringer Auflast zum Kriechen neigen. Der Triaxialversuch liefert hier die entscheidende Trennschärfe, weil er im Gegensatz zum einfachen Rahmenscherversuch die realen Spannungszustände im Baugrund dreidimensional abbildet. In unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten im Landkreis Celle lohnt sich die Kombination mit einer Korngrößenanalyse, um die drainierten und undrainierten Kennwerte wirklich belastbar zu interpretieren.
Ein drainierter Triaxialversuch an einer ungestörten Probe aus dem Allerurstromtal liefert oft einen effektiven Reibungswinkel von nur 27°, während der gleiche Sand auf dem Geestrücken bei 34° liegt – ein Unterschied, der die Fundamentbreite verdoppeln kann.
