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MEHR ERFAHRENDie Straßenbaugeotechnik bildet das Fundament jeder dauerhaften und sicheren Verkehrsinfrastruktur in Celle. Sie umfasst alle erdbaulichen und bodenmechanischen Maßnahmen, die notwendig sind, um einen tragfähigen und standsicheren Untergrund für Straßen und Wege zu schaffen. Von der ersten Baugrunderkundung über die Verdichtung des Planums bis zur Einschätzung des Frostverhaltens: Ohne fundierte geotechnische Expertise drohen Setzungen, Risse und vorzeitige Schäden an der Fahrbahndecke. In einer dynamisch wachsenden Stadt wie Celle, deren Straßennetz sowohl historische Altstadtpflaster als auch moderne Umgehungsstraßen umfasst, ist die fachgerechte Beurteilung des Baugrunds unverzichtbar.
Die regionalen geologischen Bedingungen in Celle stellen eine besondere Herausforderung dar. Die Stadt liegt am südlichen Rand der Lüneburger Heide, geprägt durch eiszeitliche Ablagerungen der Saale-Eiszeit. Häufig treffen Planer hier auf heterogene Böden: Neben tragfähigen sandigen Kiesen der Niederterrasse der Aller finden sich ausgedehnte Beckenschluffe und gering durchlässige Geschiebemergel. Diese gemischtkörnigen Böden reagieren empfindlich auf Wassereintrag und neigen bei dynamischer Belastung zu Konsolidierungssetzungen. Eine sorgfältige Baugrunduntersuchung ist daher essenziell, um böse Überraschungen während der Bauausführung zu vermeiden und die langfristige Gebrauchstauglichkeit der Straße zu gewährleisten.
Die Planung und Ausführung richtet sich strikt nach dem deutschen Regelwerk. Maßgebend sind die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB) sowie die Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO). Die RStO 12 gibt die verbindliche Grundlage für die Dimensionierung des gesamten Straßenaufbaus vor. Für die rechnerische Dimensionierung bietet die Bemessung flexibler Fahrbahnen nach den RDO Asphalt spezifische Verfahren, die den nicht-linearen Spannungs-Verformungs-Mechanismus des Asphaltschichtenmodells exakt abbilden.
Das Spektrum der Projekte in Celle, die straßenbaugeotechnische Leistungen erfordern, ist breit gefächert. Es reicht vom Neubau von Erschließungsstraßen in Wohngebieten wie Westercelle über die grundhafte Erneuerung von Hauptverkehrsadern bis hin zum Bau von Radwegen entlang der Aller. Insbesondere bei hochbelasteten Busspuren oder Industriezufahrten im Hafenbereich ist eine spezifische Bemessung starrer Fahrbahnen aus Beton von Vorteil, da diese Bauweise extreme Punktlasten und horizontale Schubkräfte aus Brems- und Anfahrvorgängen schadlos auf den Untergrund überträgt. Ein klassisches lokales Problem ist zudem die Sanierung setzungsempfindlicher Strecken auf den weichen Auelehmschichten der Allerniederung, wo oft eine Bodenverbesserung mit Bindemitteln oder ein Bodenaustausch erforderlich wird.
Celles Untergrund ist stark von der Eiszeit geprägt und sehr heterogen. Neben tragfähigen Sanden und Kiesen finden sich oft weiche, setzungsempfindliche Schluffe und Mergel. Ohne detaillierte Baugrunderkundung und darauf abgestimmte Gründungs- sowie Verdichtungsmaßnahmen besteht die akute Gefahr von ungleichmäßigen Setzungen, Frosthebungen und daraus resultierenden Rissen in der Fahrbahndecke.
Die zentralen Regelwerke sind die ZTV E-StB für die Ausführung von Erdarbeiten und die RStO für die Dimensionierung des gesamten Oberbaus. Ergänzend gelten die RDO Asphalt für die rechnerische Dimensionierung flexibler Befestigungen. Diese Normen legen verbindlich die Anforderungen an Tragfähigkeit, Verdichtungsgrad und Frostsicherheit des Planums fest.
Eine frostsichere Bauweise verhindert Frosthebungen durch kapillarbrechende Schichten und einen ausreichenden Abstand des Planums zum Grundwasser. In Celle ist dies aufgrund der bindigen, wasserempfindlichen Geschiebeböden und der Nähe zur Aller fast überall nötig. Die RStO schreibt hierfür spezifische Mindestdicken des frostsicheren Gesamtaufbaus in Abhängigkeit der lokalen Frosteinwirkungszone vor.
Zunächst erfolgen direkte Aufschlüsse wie Rammkernsondierungen und schwere Rammsondierungen entlang der Trasse. Die gewonnenen Bodenproben werden im Labor klassifiziert und ihre Tragfähigkeit bestimmt. Anschließend wird ein hydrogeologisches Profil erstellt und der Verdichtbarkeitsbeiwert ermittelt. Das Gutachten schließt mit konkreten Empfehlungen für Gründung, Bodenaustausch oder Bodenverbesserung und die Dimensionierung des Oberbaus ab.